Donnerstag, 30. Oktober 2014

I Love You But I've Chosen Darkness: Aufgetaucht

I Love You But I’ve Chosen Darkness
“Dust”

(Secretly Canadian)

Wirklich zu rechnen war mit dieser Platte nicht mehr. Acht Jahre sind seit dem Debüt „Fear Is On Our Side“ vergangen, die Formation aus Austin nahm damals an einer Art Massenstart im großen Rennen um die Krone des wiedererstarkten Waverocks teil – allein, viele Mitstreiter von damals sind bis heute auf der Strecke geblieben und mit Interpol, den Editors und iLikeTrains kann man die letzten Vertreter des Genres an einer Hand abzählen. Gevatter Trend ist mittlerweile auch ein Häuschen weitergezogen und macht jetzt in R’n’B, nicht die besten Voraussetzungen also für ein Comeback. Oder doch? Vielleicht ist ja gerade das ein Vorteil, dass sich eine Band, die einige gute Kritiken und sonst viel Häme für ihren Namen einsammeln durfte, als ausdauernd erwiesen hat und nun doch noch nahezu unbeobachtet das zweite Album vorlegt. Steherqualitäten nennt man das und die sind heute selten genug. Sie scheinen also mit ihren zehn neuen Stücken ein bisschen aus der Zeit zu fallen, selbst die Tonangeber Interpol versuchen seit geraumer Zeit, das einst so düstere Image mit einer Prise Funk und Soul aufzupolieren. Nicht so unsere Texaner, die erste Single „Faust“ klingt so, als hätten sie sich gleich nach Ablieferung ihres bislang erfolgreichsten Songs „According To Plan“ ins Jahr 2014 beamen lassen: Treibende Gitarrenakkorde, wuchtige Drums, vernebelte Stimmen, alles wie gehabt. Auch „Come Undone“ und „Walk Out“ sind nach diesem Schnittmuster gebastelt, dazwischen allerlei Episches, Gemächliches und jede Menge Pathos, da wabern Soundteppiche und hallen die Stimmen. Für „69th Street Bridge“ haben sich die fünf für ein standesgemäßes Synththema von Joy Division entschieden – Parallelen höchst willkommen. Ein wenig mehr Biss hätte über die komplette Spiellänge sicher nicht geschadet, trotzdem: Ordentliche Arbeit. http://www.chosendarkness.com/

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