Freitag, 24. März 2017

JW Ridley: Mann der Stunde

Junge, traurige Männer, die kühle Synthesizer-Melodien spielen - nicht eben selten heutzutage. Und doch darf man sich diesen hier mal vormerken: JW Ridley aus London ist mit seinem Song "Everything (Deathless)" so etwas wie das Lieblingskind der Stunde bei den führenden BBC-Radio-DJs, produziert hat den Song Dan Carey (Bat For Lashes, Yeasayer, Toy) und das Video hat der Junge, genauso wie das Demo des Songs selbst, allein daheim aufgenommen. Da sage einer, die Jugend von heute sei nicht genügsam...

Trementina: Weit entfernt [Update]

Versöhnliche Töne zum Wochenausklang, heute von einer chilenischen Shoegazing-Band namens Trementina. Cristobal, Vanessa, Lucas und Andrés kommen aus der Universitätsstadt Valdivia und haben bislang die beiden Alben "Almost Reach The Sun" und "Brilliant Noise" veröffentlicht. Nun ist für den 24. März bei Burger Records mit "810" das dritte angekündigt, fein versponnener Traumpop, zwei Singles haben wir davon anzubieten - "Please, Let's Go Away" und ganz aktuell "Oh Child". Der Name des Albums benennt im Übrigen einfach die Entfernung der Heimat- zur Hauptstadt Santiago in Kilometern. Muß man erst mal draufkommen.

Update: Und für "Oh Child" haben wir jetzt auch ein passendes Video parat.


London Grammar: Nichts als die Wahrheit

Wir wußten daß, aber nicht was und wann: London Grammar haben jetzt ein paar Daten zu ihrem neuen Album folgen lassen. Nachdem die Singles "Rooting For You" und "Big Picture" quasi als Vorhut vorausgeschickt worden waren, gibt es nun den Titeltrack der neuen Platte "Truth Is A Beautiful Thing", die für den 9. Juni angekündigt ist.

Donnerstag, 23. März 2017

Gorillaz: Und los geht's!

So, der erste Steckbrief ist also draußen, ab nun kann kräftig gehypt werden: Die Gorillaz haben gerade die Veröffentlichung des neuen Albums bekannt gegeben, über das in den letzten Wochen auf allen Kanälen spekuliert worden ist. "Humanz" soll es heißen und am 28. April im Laden stehen. Auch wenn es noch keine weiteren Informationen gibt, die Liste der Gäste ist schon bekannt und übertrifft rein mengenmäßig die der Inaugurationsfeier von Donald Trump. Mit dabei also Grace Jones, Mavis Staples, Danny Brown, De La Soul, Pusha T, Kali Uchis, Kelela, Vince Staples, Jehnny Beth von den Savages, D.R.A.M., Popcaan, Jamie Principle, Kilo Kish, Anthony Hamilton, Peven Everett und Zebra Katz. Puh. Neben dem im Januar geposteten Song "Hallelujah Money" mit Benjamin Clementine gibt es jetzt auch schon drei weitere Stücke zu hören - "Saturn Barz", "Ascension", "Andromeda" und "We Got The Power" samt Cartoon-Animationen.







Ride: Charmeoffensive [Update]

Wer heute Shoegazing sagt, muß auch von früher reden - und das meint im besonderen das geniale Pärchen Mark Gardener und Andy Bell von Ride, deren Werke "Going Blank Again" und "Nowhere" den Kanon relevanter Werke dieses Genres entscheidend mitbestimmen. Live waren die Herren ja schon geraume Zeit wieder unterwegs, Gerüchte um eine vollständige Wiederaufnahme der Geschäfte machten denn auch schon seit längerem die Runde. Nun folgt endlich der Ankündigung eines neuen Albums, produziert von Alan Moulder und Erol Alkan, nach zwanzig Jahren ein erster Song mit dem Titel "Charm Assault" - die neue Platte soll im Sommer bei Wichita Recordings erscheinen.

Update: Und gleich hinterher, weils so schön war, der zweite Song "Home Is A Feeling". Der Titel des neuen Albums steht mittlerweile auch fest - "Weather Diaries" wird am 16. Juni veröffentlicht, das Video zur ersten Single "Charm Assault" liegt mittlerweile auch vor.



Marteria: Vom anderen Stern

Nach den Jungs mit dem K also jetzt noch der Typ mit dem M: Marteria, unser Mann in Rostock, hat sein neues Album angekündigt - "Roswell" soll am 26. Mai bei Sony erscheinen und für den ersten Track "Aliens" hat sich Mr. Lanciny Hilfe bei den Beatsteaks geholt und performt nun zusammen mit Teutilla. Daß auch das Album-Artwork wieder vom Feinsten sein wird, läßt sich an den ersten Presseshots erkennen, da sind wir ja vom Vorgänger "Zum Glück in die Zukunft" schon verwöhnt worden.

The Black Angels: Auf eigene Gefahr [Update]

Optisch hat sich nicht viel verändert, man sollte also das Cover des neuen Albums, vor allem aber den Clip der ersten Single "Currency" nicht allzu lange anstarren. The Black Angels, Psychrockband aus Austin/Texas, haben gerade ihr nächstes Album "Death Song" angekündigt und was für das Artwork gilt, darf man auch auf den Sound des Quintetts beziehen - wütende Gitarrenorgien, daß die Herzklappen vibrieren. Wie man hört, geht die Band bald mit A Place To Bury Strangers auf Tour, der Veranstalter ist wohl gut beraten, die Höhe der abgeschlossenen Haftpflichtversicherung nochmals zu überdenken.

Update: Und hier kommt mit "I'd Kill For Her" ein weiterer Song samt Video vom neuen Album.

06.06.  Zürich, Mascotte



Saint Etienne: Nichts verlernt

Humor und Eleganz, wo geht das besser zusammen als in der britischen Hauptstadt: Das Trio Saint Etienne verbindet diese beiden Eigenschaften seit über einem Vierteljahrhundert auf das vorzüglichste, gepaart natürlich mit maximaler Tanzbarkeit. Da das letzte Album "Words And Music By Saint Etienne" nun auch schon wieder fünf Jahre zurückliegt, dürfen wir uns um so ausgiebiger auf ein Lebenszeichen freuen - für den 2. Juni ist eine neue Platte mit dem Titel "Home Counties" via Heavenly Recordings angekündigt und Cover, Presseshots und erste Single "Heather" beweisen, daß keine ihrer lobenswerten Eigenschaften verloren gegangen ist. "Manufactured in East Germany", "Skilled musicians with over twenty five years experience", "Records are your best entertainment value", so lauten ein paar der stilisierten Aufkleber des Covers und schon dafür muß man sie lieben.

Mittwoch, 22. März 2017

The Vultures: Gefährliche Mischung

Alkohol und Glücksspiel sind eine gefährliche Mischung. Das beweisen einmal mehr die Londoner von The Vultures. Im Video zu ihrer aktuellen Single "Suicide" wackelt ein überdimensionaler Duracell-Hase vor der Kamera herum, der Sound irgendwo zwischen Tindersticks, Zigeunerweise und Filmscore, in etwa jedenfalls. Das dazugehörige Album "Three Mothers Part 2", der Nachfolger zu - Achtung! - "Three Mothers Part 1", wird am 14. April bei Ciao Ketchup Recordings erscheinen.

Chk Chk Chk: Großer Spaß voraus

Das ging dann doch schneller als gedacht: Auch die drei Ausrufezeichen !!! (Chk Chk Chk) aus New York haben eine neue Platte fertig und wenn man der ersten Single "The One 2" trauen darf, dann ist von dem Album ähnlich großer Spaß zu erwarten, wie ihn 2015 der Vorgänger "As If" geboten hat und vorher "Thr!!!er" und vorher "Strange Weather" und vor... - eben. Erscheinungstermin ist der 19. Mai, Titel "Shake The Shudder, Label natürlich Warp Records.

Thurston Moore: Vorerst kein Bedarf

Mittlerweile sollte sich ja jede noch so kleine Hoffnung, es würde sich mit Sonic Youth endlich mal die richtige Band zu einer Reunion entschließen, zerschlagen haben - Lee Ranaldo, Kim Gordon, Thurston Moore, bei allen läuft es solo soweit prima und so wird es wohl auf absehbare Zeit keine weitere Zusammenarbeit ergeben. Apropos Moore: Der hat gerade sein fünftes Soloalbum via Caroline/Universal mit dem Titel ""Rock'n Roll Consciousness" angekündigt, am 28. April soll die Platte mit ganzen fünf neuen Stücken erscheinen, eines davon "Smoke Of Dreams" gibt es hier schon als Videoclip, mit dabei im Studio waren im Übrigen auch Debbie Googe (My Bloody Valentine) und SY-Drummer Steve Shelley.

20.06.  Hamburg, Knust
21.06.  Köln, Stadtgarten
28.06.  Zürich, Bogen F
30.06.  München, Strom
04.07.  Dresden, Beatpol

Dienstag, 21. März 2017

Mogwai: Gerne auch grundlos

Wieder was gelernt: Man braucht nicht unbedingt einen Anlass, um seiner Lieblingsbeschäftigung zu fröhnen. Das trifft wohl auch auf die Musik zu und hier insbesondere auf Mogwai. Die schottische Postrock-Formation hat gerade, quasi aus heiterem Himmel, zu einer umfassenden Welttournee geblasen, letzte Tonmeldungen waren die Arbeit für den Soundtrack einer BBC-Dokumentation zum siebzigsten Jahrestag des Abwurfes der Atombombe auf Hiroshima und Stuart Braithwaites Mitwirken in der Supergroup Minor Victories. Was von diesen Dingen live eine Rolle spielen wird, bleibt abzuwarten, ein Pflichttermin sind diese Konzerte allemal. Und zur Einstimmung spendiert die Band gleich noch einen hübschen Teaser in Überlänge.

14.10.  Berlin, Columbiahalle
16.10.  Hamburg, Docks
17.10.  Köln, E-Werk
26.10.  Kaserne Basel, Reithalle
01.11.  Wien, Arena
02.11.  Leipzig, Täubchenthal
03.11.  München, Backstage

Fazerdaze: Bilderrätsel

Bis zum Album "Morningside" ist's leider noch was hin, aber deshalb werden wir nicht müde, die Musik der zauberhaften Neuseeländerin Amelia Murray aka. Fazerdaze zu loben: Kürzlich erst das Video zur tiefenentspannten Single "Little Uneasy", nun kommt der nächste Clip hinterher - "Lucky Girl" irritiert mit schnell verschnittener Bildsprache, der Sound allerdings fügt sich auf's Beste in die bisherigen, auch früheren Stücke ein. Nun, mehr wird auch hier garantiert folgen, bis dahin darf weiter geschwelgt werden.

19.05.  Hamburg, Molotow
20.05.  Köln, Gebäude 9

Hater: Reingelegt

Hater
„You Tried“

(PNK SLM Recordings)

Ehre, wem Ehre gebührt: Man sollte also neben den zahlreichen, verheißungsvollen Bands auch mal all die kleinen Labels loben, die sich auf der Suche nach neuen Tönen allabendlich in dunklen Kaschemmen und Dorfklubs die Beine in den Bauch stehen, sich tags drauf durch terabytegroße Datenmengen wühlen, die ungefragt die Breitbandkanäle und Postfächer zu verstopfen drohen und nicht selten auch die Promoterohren auf eine harte Belastungsprobe stellen. Und dann müssen sich ja auch noch tausende und abertausende unterbezahlte Praktikanten immer wieder neue, immer wieder andersklingende Lobpreisungen aus den Hirnen pulen, damit es doch noch was wird mit dem Durchstart, dem Superhype. Stetes Wandeln am Abgrund, freudlose Sklavenarbeit – so stellt man sich das vor. Es könnte aber auch sein, daß es in diesem Falle etwas anders gelaufen ist. Daß die vier jungen Musiker aus Malmö den schwedischen Plattendealer Punk Slime Recordings ausgekuckt hatten und sich der besseren Chancen auf einen lukrativen Vertrag wegen einfach mal Hater nannten – kommt immer an, klingt kernig, brutal, paßt zur Zeit. Als man dort den Trick bemerkte, war’s aber schon zu spät – reingelegt!

Eigentlich sollten Caroline Landahl, Måns Leonartsson, Adam Agace und Lukas Thomasson nämlich besser Lover heißen, denn mit Hass hat zumindest der Sound des Quartetts so viel zu tun wie Frauke Petry mit der Mutter Gottes. Wunderbar eingängiger Dreampop schwebt einem da entgegen, wer Fear Of Men oder Pains Of Being Pure At Heart mag, der wird das hier lieben. Produziert wurden die zauberhaften Melodien von Joakim Lindberg, der auch schon für die Debüt-EP „Radius“, erschienen im Sommer vergangenen Jahres, hinter den Reglern stand. Schon dort war die zarte und manchmal angenehm schiefe Stimme Langdahls ein zentrales Element, dazu flirrender Gitarrentwang, der den Ausbruch oft nur taktweise andeutet und sonst bei klug instrumentiertem Pop verbleibt. Stücke wie „Carpet“, „Mental Haven“ oder das großartige „Heavy Hearts“ haben, so hört man, auch den Jungs von Radio Dept. Gefallen, so sehr, daß sie Hater für einige Termine mit auf Tour genommen haben. Bleibt zu hoffen, daß ihr Label mit „You Tried“ bald so erfolgreich genug ist, um eine weitere Reise durch Europa zu finanzieren – sie hätten es verdient. https://hatermalmo.bandcamp.com/

Cigarettes After Sex: Endzeitstimmung

Über den betörenden Charme der Musik von Cigarettes After Sex, einer vierköpfigen New Yorker Kapelle, haben wir hier ja schon geschwärmt, von dem tiefschwarz gefärbten Pop gab es bislang eine EP zu hören, nun soll am 9. Juni via Partisan Records endlich ihr Debütalbum folgen. Darauf enthalten neben dem letztens vorgestellten Song "K." auch die neue Single "Apocalypse", erfreulicherweise kommen die vier Herren auch gleich noch auf ein paar Termine vorbei.

11.04.  Berlin, Heimathafen Neukölln
12.04.  Hamburg, Knust
26.04.  München, Technikum
27.04.  Wien, Flex

Montag, 20. März 2017

James Blake: Die erste Rolle

Man ist ja immer hin- und hergerissen bei solchen Bildern: Einerseits hat man die musikalisch unbestritten großartige, sonst aber der diesseitigen Welt abhanden gekommene Beyoncé vor Augen, die sich kürzlich tatsächlich als eine Art Black Madonna mit Heiligenschein und Babybauch in Pose warf. Andererseits haben solche Inszenierungen des Mutterglücks, ob prominent oder nicht, ja auch immer etwas rührendes, großartiges an sich, dem man sich nur schwer entziehen kann. So auch bei Natalie Portman. Die nämlich stand für die Regisseurin Anna Rose Holmer und James Blake für dessen wunderschönen Song "My Willing Heart" vor der Kamera und mit ihr, noch bestens geschützt, die mittlerweile geborene Tochter Amalia. Daß diese trotz oder auch wegen des Videodrehs dringend nach draußen wollte, läßt sich unschwer erkennen, ein paar Tage später war es dann auch soweit. Das pränatale Filmdebüt ist ihr jedenfalls ganz gut gelungen, Mama kann ihr ja dann baldmöglichst auch den Rest des feinen Albums "The Colour In Anything" vorspielen.

H.Grimace: Weit gefasst

Das ist dann für die (sicher unfreiwillige) Hauptstadt des Brexit wieder sehr sympathisch, und für die Band sowieso: Unter Herkunft steht auf der Bandcamp-Seite von H.Grimace, einer vierköpfigen Post-Punk-Formation, nämlich 'Greater London' - was ein sehr weitgefaßter Stadtbegriff ist, wenn man weiß, daß Teile der Band aus Australien stammen. Hannah Gledhill, Asher Preston, Syed Shan Pasha und Marcus P Browne jedenfalls haben seit 2012 diverse EP veröffentlicht, am 7. April soll nun das Debütalbum "Self Architect" erscheinen, neben der aktuellen Single "Call It Out" haben wir hier mit "Land/Body" und "Royal Hush" noch zwei frühere Stücke hinzugefügt, hörenswert sind sie alle drei.

Sonntag, 19. März 2017

Drangsal: Wem die Stunde schlägt

Drangsal
Support: Flut
Ampere, München, 18. März 2017

Wer Max Gruber längere Zeit nicht gesehen hat, durfte schon einigermaßen irritiert sein: Kaum noch was übrig vom kurzgeschorenen Sonderling, der mit entrücktem Blick im Blitzlicht fremdelt - Drangsal, so der mittlerweile fast irreführende Name seiner Formation, kommen als fünfköpfige Liveband mit viel Schwung und (jawohl!) Charme daher und machen aus dem Debütalbum "Harieschaim" das, was es im Grunde schon von Anfang an war - eine ausgelassene Tanzplatte mit dunklen Untertönen. Und natürlich hätte es die bayerische Verstärkung in Person des schlacksigen Keyboarders und Gitarristen Theo Kraus gar nicht nötig gehabt, um hier in München Pluspunkte zu sammeln. Kürzlich erst im Vorprogramm von Casper zu sehen, brauchte Gruber im proppenvollen Klub keine drei Takte, um das Publikum zum Schwärmen zu bringen. Material dafür haben die Jungs ja genug im Programm: "Der Ingrimm", "Schutter", "Hinterkaifeck" und natürlich "Allan Align", alles schönster Wavepop mit willkommenen Verweisen an The Smiths, The Orange Juice, Prefab Sprout und den geschmackvoll ausgelassenen Teil der Neuen Deutschen Welle. Hinzu kommt Grubers angstfreie Liebe zur eigenen Sprache - wenn die Ansagen und Hörproben nicht täuschen, dann wird das neue Album, dessen Fertigstellung kurz bevorsteht, noch mehr davon enthalten - blaue Stunden, Liebeslieder, 10.000 Volt, solche Sachen. Klingt spannend. Daß sich die Band auch ihre Liebe zu Lärm und Krach bewahrt hat, ist ebenso lobenswert - für eine Hommage an die wundervollen Turbonegro wurde im Zugabenblock mal kurz durchgewechselt: Gruber an die Drums, die Gitarre zum Bass und am Mikro Sam Segarra, fertig war die Trashkombo. Und in Stammbesetzung am Ende sogar noch "For Whom The Bell Tolls" von Metallica - die Überraschung war ganz auf ihrer Seite. Die Botschaft: Bei Drangsal muß man mit allem rechnen. Beste Aussichten also für die Zukunft.

Girls In Synthesis: Present Punk Perfect

Gerade erst ein Interview mit dem Urgroßvater des Punk, Johnny Rotten im Magazin der Süddeutschen Zeitung gelesen und dabei allerlei Erhellendes über die Erzieherrolle des Oberanarchos, seine Stieftochter Ari Up (The Slits) und seinen Schwiegervater, den Herausgeber des Berliner Tagesspiegels Franz Karl Maier erfahren. Passend dazu die Debütsingle "The Mound" der Londoner Punk-Kapelle Girls In Synthesis auf den Tisch bekommen. Vielleicht nicht ganz die Pistols, aber auf jeden Fall in deren Tradition (gleich darunter die Flipside "Disappear"). Noch mehr kann man die Verwandtschaft aus einem Livemitschnitt der Band aus dem vergangenen Jahr, hier bei Bandcamp, heraushören - wild, wütend und ungezügelt. Present Punk Perfect.



Freitag, 17. März 2017

Artwhy: Erst der Anfang

Artwhy
„Robotic Audience“

(Artistfy Music)

Der einzige Haken ist tatsächlich, daß nach knapp fünfzehn Minuten schon wieder Schluss ist. Was jetzt kein wirklicher Nachteil, aber vielleicht ein kleiner Wermutstropfen ist, zumindest für all jene, denen der neue Stil des Berliner Trios Artwhy gut gefällt. Seit 2010 machen die Jungs gemeinsame Sache und natürlich wissen Pablo Schomburg (Bass/Keyboards), Leonard Wagenbreth (Gesang/Gitarre) und Nils Noack (Drums), wie man Langformate füllt. Schließlich haben sie schon zwei davon veröffentlicht – wenn auch mit einem etwas anderen Sound. „Stripes“ und „Wall Paint“ hießen die Alben und auf ihnen präsentierten sich die drei entschieden indie-rockiger. Warum der große Durchbruch trotz unbestreitbarer Qualitäten nicht kam (und ob dieser mit all seinen Nebenwirkungen überhaupt so wahnsinnig wünschenswert ist), wissen wir nicht, aber vielleicht war das einer der Gründe, warum nun nachkorrigiert wurde und Artwhy auf der aktuellen EP mehr nach den Klaxons, den Foals, gern auch The Whitest Boy Alive klingen. Lyrisch vertrackt nicht nur die Texte, sondern auch das Statement der Band zur Neuausrichtung: „Unser vierter Mann ist die elektronische Facette mit ihren schier unendlichen Möglichkeiten Töne zu erzeugen. Wenn die Freiheit der Kunst auf die technischen Möglichkeiten der Moderne trifft, multiplizieren sich die Ausdrucksweisen und damit die Chance ein poetisches Abbild unserer subjektiven Wahrheit in Form und Klang zu bringen." Etwas einfacher formuliert - die vier Stücke federn ganz fabelhaft, alles flirrt recht leichtgewichtig, einzig „Madness“ zieht die Leinwand mal etwas breiter auf, die Melodien allerdings bleiben betörend. Insofern kann „Robotic Audience“ eigentlich nur ein Anfang sein, gut vorstellbar, daß es die ‘audience‘ bald nach mehr verlangt. https://de-de.facebook.com/ArtwhyBand/

31.03.  Lübeck, Blauer Engel
01.04.  Hamburg, Astrastube
03.04.  Hannover, Kulturpalast Linden
04.04.  Bremen, Papp
05.04.  Hildesheim , Club VEB
06.04.  Lüneburg, AstA Wohnzimmer
08.04.  Kiel, Prinz Willy
09.04.  Bonn, Cafe La Victoria
10.04.  Wiesbaden, Der Weinländer
11.04.  Stuttgart, Cafe Weiß
13.04.  Passau, Cocktailbar Roots
14.04.  Wien, Das Bach
15.04.  Traunstein, Tropical
16.04.  Bamberg, Live-Club
20.04.  Berlin, Rock At Sage
29.04.  Altötting, Plattenzimmer
30.04.  Bad Kötzting, Bahnhof Kötzting
05.05.  Cuxhaven, Open
06.05.  Hamburg, Freundlich Und Kompetent
02.06.  München, Munich Sessions
03.06.  Wien, Cafe Carina